Wilhelm Josef Sluka (1861-1932) war ein Aushängeschild und Pionier des Wiener Conditoreihandwerks, das schon um die Jahrhundertwende seinen Siegszug um die Welt antrat. Wesentlichen Anteil an seinen Erfolgen hatte seine Gattin Josefine (1864-1954), die rastlos für die Ehre des Hauses arbeitete. Die hauseigenen Kreationen wie die "Sluka-Torte" (Schokobiskuit, Mandelweincreme mit Milchtunkmasse überzogen), "Nuß-Suffler" oder "Flora-Krapfler" werden noch heute nach den Originalrezepten hergestellt.
Wilhelm Josef Sluka war seiner Zeit immer einen Schritt voraus. So setzte er als erster Konditor Österreichs kleine Maschinen als Arbeitshilfe in der Backstube ein. Sein hoher Leistungsstandard wurde schon im Jahr 1898 im Rahmen einer Kochkunstausstellung prämiert.
Die Nachfolger
Wilhelm Josef Sluka fand in Alexander Jeszenitz einen würdigen Nachfolger. Jeszenitz genoss seine Ausbildung in der Konditorei Zwieback im 1. Bezirk und sammelte bei Gerbeaud, der ersten Adresse Budapests, wertvolle Erfahrungen. Jeszenits hatte bei der Übernahme die Räumlichkeiten neu adaptiert und dabei den alten, intimen Rahmen bewahrt. Die Konditorei Sluka blieb bis heute ein vornehmer Ort für Rendezvous der Wiener Gesellschaft. Spitzt man die Ohren, so kann man auch heute noch oft aus Gesprächen älterer Stammkunden heraushören: "Hier habe ich meine Frau zum ersten Kaffeeplausch eingeladen."
Alexander und Anna Jeszenits sorgten auch dafür, dass die Konditorei Sluka nicht nur für die Wiener, sondern auch für die Gäste aus dem In- und Ausland eine große Anziehungskraft ausübte. Jeszenits setzte nicht nur die Tradition der alten Rezepturen fort, sondern trat auch als Wegbereiter der modernen Backstube in die Fußstapfen Slukas. Er war es, der erstmals im Produktionsablauf kleine Elektromotoren einsetzte.
Die Bewahrer der Tradition
Seit 1960 führt die Familie Beranek die traditionsreiche Konditorei Sluka. Nach nur dreiwöchiger Renovierungszeit konnte das Ehepaar Beranek am 20. August 1960 die ersten Gäste empfangen. Die Räumlichkeiten wurden bei der Neugestaltung erhalten, die Beleuchtungskörper und Stuckaturen stammen noch aus der Gründerzeit. Geradezu revolutionär war die Anschaffung der ersten Kühlvitrine im Verkaufspult. Im Zuge der zweiten Renovierungsphase 1975 erhielt das Lokal sein heutiges Aussehen mit bequemen Polsterbänken und den typischen Wiener Thonet-Kaffeehausstühlen. Ständige Erneuerungen stellen sicher, dass das Lokal auch die heutigen Standards an Qualität und Gastlichkeit optimal erfüllt.