K. & K. Hoflieferant

 

Die Conditorei Sluka ist seit der Jahrhundertwende der Geheimtreff der Wiener Gesellschaft. Bei Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft genauso beliebt wie bei Künstlern und Politikern.

Tradition & Geschichte seit 1891

Bereits für den Gründervater Wilhelm Josef Sluka und seiner Gattin Josefine waren höchste Qualität und Zuckerbäckerfertigkeit Garant für einen ständig wachsenden Gästezustrom und die immer größer werdende Schar an Stammgästen, die von Kaiserin Sisi bis Oskar Kokoschka reichte. 

 

Conditorei Sluka Folder

 

Die Geschichte der Conditorei Sluka

 

1891 gründete Wilhelm Josef Sluka in der Reichsratsstraße 13 (heute Rathausplatz 8) im 1. Wiener Gemeindebezirk in einem Ringstraßen-Palais der Gründerzeit eine Conditorei, die bald Weltruhm erlangen sollte. Innerhalb kürzester Zeit war es Wilhelm Josef Sluka und Gattin Josefine gelungen, zur führenden Konditorei Wiens aufzusteigen. Nach nur neun Jahren wurde sein unermüdliches Wirken mit der Verleihung des "Hoftitels" durch das Herrscherhaus gewürdigt. Ab 1899 durfte er sich "K.u.K. Hoflieferant" nennen und wurde so zur kaiserlichen Konditorei in Wien.

Brief zur Verleihunug des k.+k. Titels

 

Das Geschäft, ausgestattet in einfacher, aber vornehmer Eleganz, war bald Treffpunkt der Wiener Gesellschaft. Kaiserin Elisabeth wusste die Güte und Exklusivität ebenso zu schätzen wie die Minister und Abgeordneten des benachbarten Parlaments, die Herren des Rathauses, die Schauspieler und Regisseure des K.& K. Hofburgtheaters, der Adel und das Bürgertum.

Backstube der Conditorei Sluka


Die Tradition besten Publikums hat sich, wie Eintragungen im Gästebuch bezeugen, bis heute erhalten. Dieses liest sich wie ein Auszug aus dem "Who´s who" der Zweiten Republik. Die Bundespräsidenten von Dr. Karl Renner bis Dr. Kurt Waldheim, die Bundeskanzler und Bundesparteiobmänner von Dr. Alfons Gorbach bis zu Dr. Wolfgang Schüssel, die Wiener Bürgermeister von Dr. Theodor Körner bis Dr. Michael Häupl ließen und lassen sich die weit über österreichs Landesgrenzen hinaus bekannten Köstlichkeiten, wie beispielsweise die "Sluka-Torte" im unvergleichlichen Ambiente unter den Gründerzeitarkaden schmecken.

 

Die Gründer

 

Wilhelm Josef Sluka (1861-1932) war ein Aushängeschild und Pionier des Wiener Conditoreihandwerks, das schon um die Jahrhundertwende seinen Siegeszug um die Welt antrat. Wesentlichen Anteil an seinen Erfolgen hatte seine Gattin Josefine (1864-1954), die rastlos für die Ehre des Hauses arbeitete. Die hauseigenen Kreationen werden noch heute nach den Originalrezepten hergestellt.

 

Wilhelm Josef Sluka war seiner Zeit immer einen Schritt voraus. So setzte er als erster Konditor Österreichs kleine Maschinen als Arbeitshilfe in der Backstube ein. Sein hoher Leistungsstandard wurde schon im Jahr 1898 im Rahmen einer Kochkunstausstellung prämiert.

 

Die Nachfolger

 

Wilhelm Josef Sluka fand in Alexander Jeszenits einen würdigen Nachfolger. Jeszenits genoss seine Ausbildung in der Konditorei Zwieback im 1. Bezirk und sammelte bei Gerbeaud, der ersten Adresse Budapests, wertvolle Erfahrungen. Jeszenits hatte bei der Übernahme die Räumlichkeiten neu adaptiert und dabei den alten, intimen Rahmen bewahrt. Die Conditorei Sluka blieb bis heute ein vornehmer Ort für Rendezvous der Wiener Gesellschaft. Spitzt man die Ohren, so kann man auch heute noch oft aus Gesprächen älterer Stammkunden heraushören: "Hier habe ich meine Frau zum ersten Kaffeeplausch eingeladen."

 

Alexander und Anna Jeszenits sorgten auch dafür, dass die Conditorei Sluka nicht nur für die Wiener, sondern auch für die Gäste aus dem In- und Ausland eine große Anziehungskraft ausübte. Jeszenits setzte nicht nur die Tradition der alten Rezepturen fort, sondern trat auch als Wegbereiter der modernen Backstube in die Fußstapfen Sluka´s. Er war es, der erstmals im Produktionsablauf kleine Elektromotoren einsetzte.

 

Die Bewahrer der Tradition

 

Seit 1960 führte die Familie Beranek die traditionsreiche Conditorei Sluka. Nach nur dreiwöchiger Renovierungszeit konnte das Ehepaar Beranek am 20. August 1960 die ersten Gäste empfangen. Die Räumlichkeiten wurden bei der Neugestaltung erhalten, die Beleuchtungskörper und Stuckaturen stammen noch aus der Gründerzeit. Geradezu revolutionär war die Anschaffung der ersten Kühlvitrine im Verkaufspult. Im Zuge der zweiten Renovierungsphase 1975 erhielt das Lokal sein heutiges Aussehen mit bequemen Polsterbänken und den typischen Wiener Thonet-Kaffeehausstühlen. Ständige Erneuerungen stellen sicher, dass das Lokal auch die heutigen Standards an Qualität und Gastlichkeit optimal erfüllt.

 

Aufbruch in eine neue Zeit 

 

Seit 2014 ist die Conditorei Sluka ein Teil der österreichichen List Group. Diese Union bietet dem Traditionsunternehmen langfristige Stabilität. Die bewährte Qualität bleibt nicht nur bestehen, sondern kann durch den neuen Eigentümer auch zukunftsorientiert gewährleistet werden.

 

Treffpunkt der Künstler - in Literatur verewigt 

 

Der Name Conditorei Sluka fand dank des großen österreichischen Dichters Thomas Bernhard im letzten Akt des Aufsehen erregenden Stückes "Heldenplatz", Eingang in die Literatur. Bernhard selbst liebte die feinen Pasteten des Hauses. Ein Streifzug durchs Gästebuch zeigt, dass neben Politikern vor allem Künstler jeden Genres unter den Arkaden aus- und eingingen.

 

Die bildnerische Anekdote

 

Die Conditorei Sluka war gewissermaßen Steigbügelhalter für eine der größten Weltkarrieren eines österreichischen Malers des 20. Jahrhunderts. So saß einst ein Zeichenlehrer am Katheder und erzählte seinen Schülern ein Märchen. Anschließend sagte er: "Wer will, kann es illustrieren. Aber wenn einer von euch etwas Selbsterlebtes zeichnen will, ist es auch gut." Ein kleines Mädchen nahm ihn beim Wort und zeichnete ein Bild der Conditorei Sluka, in der sie der Vater kurz vorher für gute Noten belohnt hatte. Es zeichnete die guten Haselnusskrapfen, die Vitrine und die Serviermädchen mit den weißen Häubchen. Die Zeichnung gefiel dem Lehrer sehr gut, dem Schuldirektor jedoch, der die Zeichnungen kontrollierte, weniger. Er geriet über das Konditorbild völlig aus der Fassung, da derartige "primitive" Zeichnungen im Lehrplan nicht vorgesehen waren. Das Blatt des Mädchens landete im Mistkübel, der Lehrer der Privatschule in der Währinger Wallnerstraße wurde entlassen und musste - nun arbeitslos geworden - vom Verkauf seiner Zeichnungen leben. Der Name des Ex-Lehrers und nun freischaffenden Künstlers war: Oskar Kokoschka.

 

Im Zeitgeist

 

Das altbewährte Angebot wurde von der Familie Beranek und seit 2014 von der List Group ständig erweitert. Von der Dobosch- über die Slukatorte bis hin zu saisonal abgestimmten Petit-Fours und - ganz neu - auch glutenfreie und laktosefreie Süßspeisen reicht die Palette der Conditorei Sluka.

 

Bei den Gästen überaus beliebt sind auch die "pikanten Leckereien", die von exquisit belegten Brötchen bis hin zu feinen Pasteten und warmen Gerichten reichen und von Leomare Qualtinger in einer Kurier-Kolumne so beschrieben wurden:

 

"Das faszinierende Buffet, gesalzen oder süß, es ist alles da! Die wunderschön angerichteten Vorspeisen, vom Roastbeef über Landschinken bis zu Filet Mignon, machen Gusto auf Rehrücken oder Lungenbraten à la Wellington oder Wurzelkarpfen. Vom Gravad Lachs, der Schinkenrolle oder dem pikanten Hühnersalat isst man sich durch bis zu den Petit Fours oder dem berühmten Apfelstrudel, den listige Bräute heimtragen und überbacken, um ihn als Eigenprodukt auszugeben."

 

Der Wahlspruch der Cafe Conditorei Sluka, deren Name für Güte, Qualität und Exklusivität stand und steht lautet unverändert: "Altes erhalten, Neues kreieren".



Wilhelm J. Sluka Nfg. GmbH
Rathausplatz 8
A-1010 Wien
 
Café Drei Husaren GmbH
Kärntner Straße 13-15
 A-1010 Wien
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